Liebeserklärung an Käthe

Käthe - Mein erster Tierschutzhund - Man bekommt nicht den Hund den man will –sondern den man braucht!

 

Als ich Filly damals über einen Tierschutzverein entdeckt hatte, war ich sofort verliebt. Über das Ausmaß und deren Konsequenzen war ich mir nicht bewusst…

Zuerst füllte ich einen Bewerbungsbogen aus und wartete ungeduldig bis eine Antwort kam oder in dem Fall eine Absage.

Zuerst sehr niederschmetternd. Die Begründung war ziemlich kurz und knapp gehalten - Filly sollte als Zweithund gehalten werden.

Meine erste Hündin verstarb nach gemeinsamen 17 Jahren und ich war erst Jahre später wieder bereit für einen „neuen“ Hund.

Für diesen Hund!

 

Da alles aus bestimmten Gründen passierte, bekam ich denn noch einen Termin zur Vorkontrolle, da Filly, wie sich in der Pflegestelle herausstellte als Einzelhund geeigneter sei.Ich war happy, dass ich doch noch die Gelegenheit bekam Filly kennenzulernen.

 

Anfang Dezember zog Sie dann bei mir ein. So wurde aus Filly Käthe. Seitdem hat sich vieles wenn nicht sogar alles verändert….

Meine Bullydame hatte Probleme vielfältiger Art, die erst nach einiger Zeit sichtbar wurden.

Sie kannte nichts von der Welt und zeigte sich sehr schreckhaft und unterwürfig. Abgesehen davon kamen noch gesundheitliche Probleme dazu – wie sich später rausstellte. Aufgrund Ihrer Zeit als Vermehrerhündin verbrachte Sie viele Jahre in einem dunklen feuchten Keller. Dadurch hatten nicht nur Ihre Gelenke sehr gelitten. Eine Muskulatur war kaum vorhanden. Ihr Alltag bestand aus Prügel und „Welpenproduktion“.

Käthe hatte starkes Übergewicht ein hängendes Gesäuge und musste eine strenge Diät machen. Wir hatten einen Plan, Muskeln aufbauen, Ernährung umstellen etc. Wir hatten viel „Arbeit“ vor uns.

 

Ich hatte mich aber für genau diesen Hund entschieden und mein einziges Ziel war es, diesem Tier zu helfen und ihr zu zeigen wie schön ein Hundeleben sein kann.

Viele Leute stellten mir immer dieselben Fragen .„Warum tust du dir das bloß an“? „Du kannst dem Tier nicht helfen“ und was alles kostet und die ganze Zeit“…

Immer wenn ich traurig oder wütend war, verzweifelte und an meine nervlichen Grenzen kam, zeigte Käthe mir jeden Tag aufs Neue, was es heißt, Glück zu haben. Bevor wir damit beginnen konnten, musste ich Ihr Vertrauen gewinnen. Sie war so unsicher und warf sich ständig auf den Rücken. Selbst Gassi gehen, war eine große Hürde und musste geübt werden. Das war das Größte Hindernis. Die ersten Tage habe ich mich einfach mit dem Rücken zu ihr auf den Boden gesetzt, alles was „Lärm“ machen könnte ausgeschaltet und Sie aus der Hand gefüttert. Mit viel Geduld und Liebe machten wir kleine Fortschritte. Von Woche zu Woche wurde es immer mehr. Ich musste mich vorsichtig und behutsam herantasten um zu erfahren wovor Sie keine Angst hatte.

 

Das Gassi gehen oder der Versuch war jedes Mal ein Desaster – Sie hatte einen „Anker geworfen“ und wollte Ihre sichere Umgebung überhaupt nicht verlassen. Also stand ich auf dem Hof, mehrere Stunden mit einer Leine in der Hand. Welch ein Erfolgserlebnis wir bei den ersten 200m hatten.

Weihnachten stand vor der Tür, Käthe konnte kaum laufen. Also ging ich mit ihr zum Tierarzt. Mein lieber Tierarzt sagte mir „wir werden uns jetzt öfter sehen“ abgesehen davon kommen auch noch sehr hohe kosten auf mich zu. Ich willige in jede, noch so teure Untersuchung ein. Recherchierte viel und hatte kein anderes Thema mehr außer meine Käthe. "Die hat die aber echt Glück, bei ihnen gelandet zu sein", sagt der Tierarzt.

Beim Tierarzt lässt Sie sich bereitwillig untersuchen, wenn Sie gespritzt werden muss, oder Blut abgenommen bekommt, zuckt Sie nicht einmal. Selbst HD-Röntgenaufnahmen benötigen keine Narkose. Diagnose Patella Lux und Hüftdysplasie. Es folgte eine Femurkopfresektion, viel Physiotherapie und Schwimm Stunden.

„Käthe hat aber wirklich ein Glücktreffer mit ihnen gemacht".

Käthe war bzw. ist eine gute Lehrerin, sie hat mir viel beigebracht.

Sie hat mir gezeigt, dass es oft die kleinen Dinge im Leben sind, die für einen die größte Bedeutung haben. Durch Sie weiß ich was Geduld bedeutet.

Sie hat ich mich an Grenzen geführt und mir gezeigt was bedingungslose Liebe bedeutet.Weil sie hier so sein darf wie sie ist, muss sie nicht mehr so sein wie sie war.

Es hat ein ca. ein Jahr gedauert, bis Käthe und ich eine Einheit wurden und wir uns gegenseitig zu 100% vertrauen konnten. Durch regelmäßige Bewegung und entsprechenden Futterportionen haben wir es geschafft über 8 kg abzuspecken und fett gegen Muskeln umgewandelt.

 

Heute ist unser Alltag eingespielt, wir verstehen uns über Blickkontakt.

Dank der Willenskraft meiner Hündin, viel viel Liebe und Geduld und meinem unbändigen Glauben an sie, hat sich Käthe zu einem zauberhaften und für mich absolut besonderen Wesen entwickelt. Sie ist eine liebenswerte und treue Wegbegleiterin, Sie bringt mich zum Lachen, weckt meine Kreativität und fordert mich jeden heraus! Sie teilt nicht gerne und genießt es in vollen Zügen Queen zu sein. Die Pflegemama von Käthe hatte Sie damals richtig eingeschätzt, denn Sie duldet keine Götter neben sich.

Käthe strotzt vor Selbstbewusstsein, sie ist ein Clown, launisch, ein Morgenmuffel eine Diva, mein Spiegelbild und mein Herz…denn nicht Sie hatte Glück. Sondern ich.

 

Für immer in meinem Herzen – Danke dass du so ein zauberhaftes und besonderes Wesen bist und ich mich jeden Tag neu in dich verlieben kann.

Ich bin stolz dich so zu sehen, wie du bist und es ist toll dein Frauchen zu sein.

Ich freue mich auf weitere gemeinsame Abenteuer und viiiel Zeit.

Dein Frauchen Nina